Ähm Herby, entschuldige die Rückfrage. Verstehe ich das richtig die Metallteilen werden vollverzinkt ans Band gebracht und dann erst verbaut?
Und später kommt die Rohkarrosse nur in ein Phophatbad? Bisher hatte ich gedacht das Tauchbad am ende wäre ein Zinkbad also sprich DAS wäre die Verzinkung?
Ich bin jetzt kein Fachmann wie du, aber selbst mit meinem eher beschränktem Wissen über die Materie erkenne ich das das im Sinne der Rostvorsorge ein völlig suboptimaler Produktionsschritt ist was die Hersteller da machen. Das kann doch nicht ausreichen. Oder bin ich da auf dem Holzweg?
Du hast jahrelang in diesem Bereich gearbeitet, darum würde mich deine ehrliche und fachliche Meinung dazu wirklich interessieren.
Gruß
Florian
Hallo Florian,
was ich geschrieben habe, ist Fakt. Die einzelnen Baugruppen kommen vollverzinkt in den Rohbau und dort werden die Karoessen zusammengeschweißt. Aber das passiert nicht nur bei Opel so, sondern auch in anderen Automobilwerken (Mercedes, BMW, VW, Audi..und..und..und).
Nach dem Zusammenbau, werden die Karossen von Spenglern bearbeitet, wenn kleine Defekte vorhanden sind. Danach kommt eine Waschmaschine, wo die Karossen chemisch entfettet werden. Der wichtigste Schritt danach ist die Phosphatierung, die einen sehr guten Rostschutz bildet. Vervollkommnet wird das ganze im KTL Becken (KTL = Kathodischer Tauchlack). Dort gelangt das Material mittels Strom in alle Hohlräume und bietet auch dort einen sehr guten Rostschutz. Vor der eigentlichen Lackierung, wird noch ein Füllgrund elektrostatisch aufgetragen, der durch den elektrischen Umgriff, auch alle Kanten wie z.B. Radläufe die empfindlich gegen Rost sind, mit beschichtet. Also, zieht Euch bitte nicht daran hoch, weil durch Schweißen und Nachbearbeitung nicht überall eine Zinkschschicht ist. Die nachfolgenden Prozesse sind viel wichtiger und sollten die Fahrzeuge für viele Jahre gut schützen. In Florida, ist das härteste Klima der Welt, um Lacke zu zerstören, Sonne, Salz und hohe Luftfeuchtigkeit. Alle Automobilhersteller und Lackhersteller testen ihre Produkte 2 Jahre lang dort, bevor die freigegeben werden um Fahrzeuge damit zu lackieren. Dieser 2jährige Test entspricht einer Haltbarkeit von mindestens 10 Jahren, in europäischen Regionen.
Unsere Vorgängerfahrzeuge, Astra und Merive, haben wir je 5 Jahre gefahren und da war bei der Abgabe weder an der Außenhaut, noch am Unterboden Rost.
Sollte ich euch mit der Verfahrensweise vom Zink etwas kopfscheu gemacht haben, bitte ich das zu entschuldigen. Das lag nicht in meiner Absicht.
Fakt ist, wie schon oben beschrieben, wenn Ihr Euch z.B. einen Mercedes kauft, habt Ihr keine bessere und haltbarere Qualitär wie bei Opel.
Was nun mit dem Nicht mal 2 Jahre alten Mokka passiert ist, kann ich nicht nachvollziehen.
Gruß,
Herby